Seit 2017 setze ich mich mit dem in München lebenden Filmemacher, Schriftsteller und bildenden Künstler Herbert Achternbusch auseinander, dessen umfangreiches Werk aus der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie verschwunden war. Ich entwickelte eine fotlaufende Spurensuche, während der es gelang, sein Gesamtwerk auszubuddeln und zunächst in einer Ausstellung im Kunstbunker Nürnberg einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen (Herbert Achternbusch, Das Gespenst – Ich zeige was ich kriegen kann, oder nicht, 2018). Das Vorhaben, das Werk aus der Zeit abzuholen, in der es liegengeblieben ist, und behutsam mit dem Jetzt zu verbinden, bedeutet, es gegen Widerstände durchzubringen. Dieser Kraftakt inspiriert mich, künstlerische Projekte zu entwickeln: Momentan entsteht ein Buch mit Beschreibung der gefundenen Werke, Dokumentation der Suche und persönlichen, teils fiktiven Texten. Für 2021 plane ich eine Asustellungsreihe an Stationen seines Schaffens. Aufregend ist Achternbuschs unermessliche Kreativität, sein unbedingter Wille etwas auszudrücken und die innere Rebellion fernab vom Mainstream. Während des gesamten Schaffens arbeitete er sich am Nazideutschland und an der eigenen Familiengeschichte ab und befreite sich von jeglicher Form von Autorität.